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 ( Die Linse )
Verein zur Förderung
kommunaler Filmarbeit e.V.

Jahresrückblick 1999
Teil 1 | Teil 2

In Zeiten dubioser Geldgeschäfte eine kurze Erklärung von unserer Seite: Trotz der Nähe des Cinemas zur münsterschen West LB konnten wir leider nie deren Flugbereitschaft in Anspruch nehmen und mit Panzerlieferungen nach Saudi-Arabien oder in die Türkei haben wir auch nichts zu tun. Aber wir haben öffentliches Geld (60.000 DM von der Stadt) bekommen, über deren Verbleib wir hier gerne Rechenschaft ablegen (der Finanzbericht kommt erst im Februar, da er etwas länger braucht).

1999 führten wir 230 Veranstaltungen durch, bis auf eine alle im Cinema. In der Evangelischen Universitätskirche zeigten wir den Stummfilm Der Glöckner von Notre Dame, ein Highlight in der regelmäßigen Stummfilmreihe, in der wir u.a. Chaplins The Kid, ein Dada-Programm begleitet vom Schlagzeuger Steven Garling, Der Kameramann mit Buster Keaton, Der Golem, wie er in die Welt kam und Berlin - Symphonie einer Großstadt zeigten.

Besonders wichtig waren uns die Veranstaltungen zu aktuellen politischen Bezügen. So zeigten wir zum Strafverfahren gegen den chilenischen Diktator Pinochet zusammen mit dem Lateinamerikanischen Studierendenverein mehrere Programme. U.a. war der Filmemacher Robert Krieg mit seinem neuesten Film zu Gast. Zur "Doppelten Staatsbürgerschaft" zeigten wir eine Reihe Fremde Heimat schwerpunktmäßig mit deutsch-türkischen Filmen. Jüdische Lebenswelten und Geschichte zog sich durch ein Programm mit mehreren Dokumentar-, Stumm- und Spielfilmen. Als dritten Teil und Ausklang unserer Filmprogramme zum Jahr des Westfälischen Friedens 1998 organisierten wir das Projekt Kino der Krisengebiete, in dem wir uns filmerisch mit Krisenregionen auseinander setzten, in denen heute immer noch kein Frieden herrscht.

Mit Unterstützung des Filmbüro NW setzten wir aus 1998 das Projekt Filmszene NRW fort. Dazu hatten wir monatlich nordrhein-westfälische Regisseure und Regisseurinnen, wie Wilhelm Hein, Susanne Ofteringer, Fosco Dubini, Werner Nekes, Jörn Hintzer oder Leif Karpe mit einem ihrer Filme zu Gast. Zusätzlich konnten die Filmemacher einen Wunschfilm präsentieren. Werkschauen der deutschen Filmemacherin Helma Sanders-Brahms und von Tarkowskij waren ebenfalls Bestandteil des diesjährigen Programms.

Wieder begleiteten wir mehrere Seminare des Instituts für angewandte Kulturwissenschaften der Uni Münster wöchentlich mit einem Film. Seit Herbst arbeiten wir auch erstmals mit dem Institut für Soziologie zusammen, für die wir das Projekt Verschwörung am Montag organisiert haben. 

Mit einer Dokumentarfilmreihe versuchten wir diesem Genre, das leider immer mehr aus den Kinos verschwunden ist, wieder einen festen Platz zu geben. Auch in diesem Rahmen liefen einige Münster-Premieren.

Drei Länderschwerpunkte hatten wir in 1999. Wie jedes Jahr zeigten wir monatlich in der Reihe Filmbli(c)k aktuelle und ältere niederländische Produktionen aus dem niederländischsprachigen Raum. Höhepunkt war zweifelsohne das Filmbli(c)k-Festival im Oktober mit einigen Deutschland-Premieren. Dazu konnten wir wieder einige Gäste begrüßen. Zusammen mit dem Filmverband Sachsen führten wir die Schwedische Filmwoche und die Dänische Filmwoche durch.

Mit Unterstützung des Bundesverband kommunale Filmarbeit und Ökomedia präsentierten wir mehrere Programme unter dem Titel Küsten und Meere.

Seitdem es unseren Verein gibt, zeigen wir Filme zu Aids. so hatten wir auch im Dezember wieder ein Programm mit der AIDS-Hilfe Münster zum Welt-Aids-Tag zusammengestellt. Dazu konnten wir den Filmemacher Frank Ripploh begrüßen.

Mit Frauenbuchladen Chrysalis, Lesbentelefon, Schwarze Witwe, Frauenkulturverein und AHA! führten wir nun schon zum zweiten Mal sehr erfolgreich die lesbisch-schwulen Filmtage Queerstreifen durch. Mit 1.200 Gästen hatten wir noch mehr Gäste als im Vorjahr.

Auch 1999 legten wir besonderes Augenmerk auf den Kurzfilm. So bemühten wir uns wie üblich in fast allen Projekten auch Kurzfilme zu präsentieren. Teilwiese hatten wir eigene Kurzfilmprogramme zusammengestellt, so beispielsweise Deutscher Kurzfilmpreis unterwegs oder Niederländische Animationsfilme. Auch der täglich vor allen Vorstellungen im Cinema 1 laufende Kurzfilm wird von uns mit unterstützt.

Zunehmend an Bedeutung gewinnen in den von uns gezeigten Programmen Filme, die nur noch als Videos vorliegen. So produzierten einige der NRW-Filmemacher ihre Filme auf diesem Medium. Aber auch Filme aus anderen Ländern sind zunehmend nur noch so verfügbar. 

Auch im abgelaufenen Jahr hatten wir häufig Probleme die gewünschten Filme überhaupt noch zeigen zu können, da vielfach kein Filmmaterial mehr vorhanden war. Mit dem Jahreswechsel 2000 wird sich dieses Problem eventuell massiv verstärken. - Weiter zu Teil 2...