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Touching Politics
So 6. Nov. 2005
Programm 2:
Radikale Körper
So 13. Nov. 2005
Programm 3:
Aufklärung und Widerstand
So 20. Nov. 2005
Programm 1:
Abbildungsverhältnisse
So 27. Nov. 2005
Programm 4:
Jenseits der Worte
So 4. Dez. 2005
Programm 5:
Ökonomie der Moderne

Abbildungsverhältnisse
Radikale Körper
Aufklärung und Widerstand
Jenseits der Worte
Ökonomie der Moderne

Bei "Touching Politics" — einer Filmreihe der Freunde der Deutschen Kinemathek e.V., Berlin], kuratiert von Florian Wüst — handelt es sich um eine insgesamt fünfteilige Filmreihe, die sich durch die Verbindung von künstlerischer Vision und politischem Engagement, autobiografischen und gesellschaftlichen Kontexten auszeichnet. 

Die Zusammenstellung dieser Filme aus den Jahren 1926 bis 1994 eröffnet einen besonderen Blick auf die Geschichte des politischen und experimentellen Films.

Vom 6. November bis 4. Dezember 2005, immer sonntags um 19 Uhr; Informationen zu den einzelnen Programmblöcken über die Navigation an der linken Seite.

Archiv und Verleih der Freunde der Deutschen Kinemathek besitzen eine umfangreiche Sammlung historischer und zeitgenössischer Spiel-, Dokumentar- und Experimentalfilme, die sich nicht nur durch ihre unkonventionellen und künstlerischen Formen auszeichnen, sondern auch größtenteils politischen und sozialen Themen verpflichtet sind. Dieser besondere Sammlungsschwerpunkt der Freunde der Deutschen Kinemathek bildet den Hintergrund der fünf Programme dieser historischen Filmreihe, die 27 internationale Kurzfilme aus den Jahren 1926 - 1994 präsentiert.

In der Geschichte des experimentellen Films ging es stets um das Anliegen, die Institution des kommerziellen Erzählkinos und die damit einhergehenden Sehgewohnheiten und kollektiven Vorstellungen des Publikums zu unterlaufen. Die Materialität von Film und die physischen Grundlagen audiovisueller Wahrnehmung sollten verdeutlicht und erfahrbar gemacht werden. Andere Filme zielten auf seinerzeit tabuisierte Inhalte, vor allem in Verbindung mit der Darstellung von Sexualität. In diesem Zusammenhang stellte sich immer wieder die Frage nach der Abbildbarkeit von Wirklichkeit außerhalb der gesellschaftlich produzierten Macht- und Repräsentationsverhältnisse. Sich ein eigenes Bild der Welt zu machen, hieß, sich zuerst der dem Medium eingeschriebenen Strukturen und Muster bewusst zu werden.

Neben der Reflexion über die materiellen und gesellschaftlichen Bedingungen des filmischen Arbeitens in einer zunehmend von symbolischen Bildern beherrschten Welt diente der Kurzfilm als ein erfolgreiches Mittel zur politischen Agitation und Aufklärung. Tragbare 16mm-Kameras und Synchronton schufen in den 1960er Jahren die technischen Voraussetzungen, um klassenkämpferische und antiautoritäre Standpunkte schnell und direkt durch Filme verbreiten zu können. Kollektive Produktionsprozesse wurden immer wieder dem Prinzip der individuellen Autorenschaft entgegengesetzt.

Die nach thematischen Gesichtspunkten kuratierten Programme zeigen eine Auswahl von Filmen aus dem Archiv der Freunde der Deutschen Kinemathek, die eine beispielhafte Synthese zwischen künstlerischer Vision und politischem Engagement, zwischen autobiografischen Ansätzen und sozialen Kontexten, zwischen Sinnlichkeit und konzeptueller Strenge darstellen. Filme, die auf radikale Weise Widerstand gegen Konventionen und Misstände artikulieren, aber ebenso als ein Plädoyer für soziale Handlungsfähigkeit und kulturelle Selbstbestimmung zu verstehen sind. Filme, die durch den Bruch mit erzählerischen Traditionen und die Offenlegung der Durchdringung von Wirklichkeit und Fiktion im filmischen Abbild politische Bedeutung erlangen.

Die Reihe kombiniert Klassiker der filmischen Avantgarde mit selten gezeigten experimentellen und dokumentarischen Filmen. Vor dem Hintergrund einiger herausragender Ereignisse des 20. Jahrhunderts eröffnet "Touching Politics" eine vielschichtige und einzigartige Perspektive auf das Format und die Geschichte des Kurzfilms, in dessen Bild- und Tonmontagen sich gesellschaftliche Prozesse oft unmittelbarer abzeichnen als es das große Kino zu leisten vermag.

Link
» TOUCHING POLITICS auf der Seite der Freunde der deutschen Kinemathek

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