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Helma Sanders-Brahms

Kleine Werkschau mit Filmen von Helma Sanders-Brahms
- April/Mai 1999 -

Helma Sanders-Brahms hat mit ihrem Werk, das mittlerweile 25 Filme umfasst, Qualität und Nachhaltigkeit des deutschen künstlerischen Films seit den siebziger Jahren wesentlich mitbestimmt. (…) Helma Sanders-Brahms hat sich mit künstlerischer Kraft, Originalität und eindrucksvoller Konsequenz mit deutscher Geschichte und Gegenwart beschäftigt. Stets im Kontakt mit den wichtigen intellektuellen Strömungen der Zeit und wesentlichen Arbeiten anderer Filmemacher, hat sie dabei eine eigene, persönliche Sicht und spezifische filmische Ausdrucksformen entwickelt.

Sie ist Feministin insofern, als sie den Anspruch erhebt und auch realisiert, sich als Frau zu allen wichtigen Themen der Zeit zu Wort zu melden und dabei natürlich häufig andere Gesichtspunkte geltend zu machen als andere, männliche wie weibliche, Filmemacher. Vor allem ist sie eine faszinierende Geschichtenerzählerin, die mit verschiedensten Formen experimentiert; dabei macht sie aber kein experimentelles Kino, sondern stilistisch anspruchsvolles großes Erzählkino. (…)

Geboren am 20. November 1940 in Emden, studierte sie nach dem Abitur zunächst Schauspiel an der Niedersächsischen Hochschule für Musik und Theater in Hannover, danach Theaterwissenschaft, Anglistik und Germanistik an der Universität Köln. Während des Studiums arbeitete sie nebenbei als Krankenschwester, Verkäuferin, Landarbeiterin etc. 1965 legte sie das Examen als Realschullehrerin ab; anschließend war sie ein Jahr lang als Lehramtsanwärterin tätig. 1965 bis 1973 arbeitete sie als Fernsehansagerin beim Westdeutschen Fernsehen Köln. (…)

Im Rahmen einer Interviewserie mit italienischen Regisseuren lernte sie unter anderem Sergio Corbucci und Pier Paolo Pasolini kennen, bei dessen Medea-Film sie hospitierte. Pasolini, der sie tief beeindruckte, ermutigte sie zu eigener Filmarbeit.

Ende der sechziger Jahre begann sie, dem damaligen aufklärerischen Geist der Linken entsprechend, mit einer Reihe soziologisch und politisch aufschlussreicher Dokumentar- und Spielfilme, in denen sie Systemanalyse betrieb und negativen Begleiterscheinungen des kapitalistischen Systems der wirtschaftlich prosperierenden Bundesrepublik nachspürte.

Nach den fünf ersten Filmen verließ sie dieses Feld der soziologischen Gesellschaftsuntersuchung, um sich Spielfilmen über individuelle Charaktere und Schicksale und subjektiv geprägten Dokumentarfilmen zuzuwenden. Zeitweise schuf sie mit einer ungeheuren kreativen Energie jährlich einen großen dramatischen Film.

Die Abfolge von Unter dem Pflaster ist der Strand, Shirins Hochzeit, Heinrich, Deutschland, bleiche Mutter bis hin zu Die Berührte innerhalb von nur sieben Jahren stellte ein Ereignis für den deutschen Film dar, das man sich in seiner Wucht heute kaum noch vorstellen kann.

Erika Richter

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Helga Sanders-Brahms@IMDb

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