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Mit freundlicher Unterstützung durch die nordrhein-
westfälische "Landesanstalt für politische Bildung" 

Wissen sie denn nicht, was sie tun ?
Jugendgewalt im Film
Projektleitung: Benjamin Schacht

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Das Phänomen Jugendgewalt ist durch die wiederholten Vorfälle in den USA und Deutschland brisanter geworden und intensiver in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt als je zuvor. Die Filmreihe »Wissen sie denn nicht, was sie tun? – Jugendgewalt im Film« widmet sich drei Wochen lang im Juni dem Kino der Halbstarken, Hooligans und Hasserfüllten und will neun herausragende Filme sowie einen Vortrag präsentieren, die verschiedene Aspekte der Jugendgewalt beleuchten. Möglichst in chronologischer Reihenfolge soll der unterschiedliche Umgang mit Gewalt in vorwiegend europäischen Filmen dokumentiert werden. Dabei könnten die verschiedenen Darstellungsweisen des Themas über die Jahrzehnte hinweg von Interesse sein. 

Mit der Filmreihe soll vor allem das Vorurteil ausgeräumt werden, dass Kunst und vor allem der Film eher dazu neigen, die sogenannten ‘wirklichen’ Probleme zu meiden, wenn nicht gar Konflikte durch den »schönen Schein« einer fiktiven oder heilen Welt zu verschleiern. Der Film besitzt durch seine eigenen ästhetischen Ausdrucksweisen in hoher formaler und inhaltlicher Qualität die Fähigkeit, mimetische und gewaltsame Prozesse in Geschichte und Gesellschaft aufzudecken und den bisweilen falschen Schein einer oberflächlichen Zivilisation zu entlarven. Filme antworten auf gesellschaftliche (genauso wie auf persönliche) Ereignisse, spiegeln auf sensible Weise die soziale Realität. Es soll auf das kritische Potential und die bisweilen moralische oder prophetische Qualität der Kunst, d.h. des Films aufmerksam gemacht werden.

In vielen Filmen ist Gewalt nur Selbstzweck, d.h. aggressive und brutale Szenen dienen allein einer Steigerung der visuellen Attraktivität eines Films. Die Gewalt wird dort nur fragmentarisch bzw. nicht erkennbar begründet. Gewaltanwendung stellt sich in diesen Filmen häufig als die einzige Möglichkeit dar, Konflikte zu lösen oder bestimmte Ziele zu erreichen. Meist führt diese eindimensionale Darstellung zur Verharmlosung von Gewalt, bisweilen gar zur Gewaltverherrlichung. 

Die Filmreihe will einen anderen Weg einschlagen: Die gezeigten Filme behandeln durchaus problematisch das Thema Jugendgewalt. Sie nehmen die real existierende Gewalt der Jugendlichen wahr und ernst. Es soll mit den Jugendlichen mitgefühlt und Verständnis aufgebracht werden. Die Filmemacher beleuchten je nach Interessenlage eher die privaten Lebensumstände der Protagonisten oder ihr gesellschaftliches Umfeld und versuchen darüber die Gewaltausbrüche zu begründen. Damit können die Filme nur differenzierte Zustandsbeschreibungen sein, statt fertige Erklärungen zum Problemkreis Jugendliche und Gewalt zu liefern. Viele Fragen werden danach zu beantworten sein. Etwa: Worin besteht das Kino der Jugendgewalt? Wie kommt die Gewalt auf? Machen die gezeichneten Lebensumstände die Gewaltausbrüche der Figuren plausibel? Wie stark werden die Charaktere psychologisiert? Mit welchen filmsprachlichen Mitteln wird gearbeitet? Wie wird die Gewalt gezeigt (verdeckt – offen; psychisch – physisch; dokumentarisch – voyeuristisch)? Was hat die dargestellte Gewalt mit realer gesellschaftlicher Gewalt zu tun? Auf wessen Seite stehen wir als Zuschauer? Können (die gezeigten) Filme mit ihrer Ästhetik zur Verrohung beitragen? 

Die vorgestellten Filme sind bewusst so ausgewählt, dass sie zunächst zu irritierend, bisweilen schockierend sind, als dass sie nur das allgemeine Bedürfnis nach Ablenkung und Unterhaltung befriedigen könnten.

Ich wünsche trotzdem:

Gute Unterhaltung!

Benjamin Schacht


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... denn sie wissen nicht
was sie tun


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